Sogyal Rinpoche

Sogyal Rinpoche war der Autor des vielgelobten spirituellen Klassikers Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben und Gründer von Rigpa.

Er wurde in Osttibet geboren und schon früh als Reinkarnation von Tertön Sogyal Lerab Lingpa anerkannt, einem berühmten Mystiker und Heiligen, der dem Dreizehnten Dalai Lama als Lehrer diente.

„In der Stille und Ruhe der Meditation erhalten wir einen Einblick in diese tiefe, innere Natur, die wir vor ewigen Zeiten in der Abgelenktheit und hektischen Geschäftigkeit unseres Geistes aus den Augen verloren haben, und kehren zu ihr zurück.“

Sogyal Rinpoche

Das Tibetische Buch vom Leben und Sterben

Ausbildung und Lehre

Sogyal Rinpoche erhielt die traditionelle Ausbildung eines tibetischen Lamas unter der persönlichen Obhut von Jamyang Khyentse Chökyi Lodrö, einem der herausragendsten spirituellen Meister des 20. Jahrhunderts, der ihn wie seinen eigenen Sohn großzog.

Anschließend studierte Rinpoche unter vielen verschiedenen Lehrer*innen aller Schulen des tibetischen Buddhismus, allen voran Dudjom Rinpoche und Dilgo Khyentse Rinpoche. Zu Anfang war er als Übersetzer und Assistent seiner verehrten Meister*innen tätig, später dann als eigenständiger Lehrer. So bereiste Rinpoche zahlreiche Länder, wobei er die alltägliche Realität der Leute genau beobachtete und sich darum bemühte, die tibetisch-buddhistische Lehre für die Gegenwart zugänglich und relevant zu gestalten.

Daraus entstanden sein eigener, unverwechselbarer Lehrstil und seine Fähigkeit, die Lehren auf das moderne Leben abzustimmen, welche in seinem bahnbrechenden Werk Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben veranschaulicht werden.

Sogyal Rinpoche widmete sein Leben der Verbreitung des buddhistischen Pfades im Westen, insbesondere dem Studium und der Praxis des Dzogchen, der Großen Vollkommenheit. Er lehrte über 45 Jahre lang und gründete ein internationales Netzwerk buddhistischer Zentren und Gruppen, dem er den Namen Rigpa gab.

Sogyal Rinpoche lehrte in zahlreichen Ländern, wobei er die alltägliche Realität der Leute genau beobachtete und sich darum bemühte, die tibetisch-buddhistische Lehre für die Gegenwart zugänglich und relevant zu gestalten.

Vermächtnis

Als inspirierende und charismatische Persönlichkeit war Sogyal Rinpoche dafür bekannt, persönlich und direkt mit seinem Publikum in Kontakt zu treten. Er stellte bestehende Gewohnheiten und Überzeugungen in Frage und konnte seine Belehrungen augenblicklich an aufkommende Themen und Situationen anpassen. So hinterließ er eine einzigartige Sammlung von Unterweisungen, die zeigen, wie sich das von Buddha gelehrte Mitgefühl und die Weisheit ganz praktisch im Alltag und im Beruf anwenden lassen. Rinpoches wegweisende Vision für die Sterbebegleitung wurde von Einrichtungen und Gruppen verschiedenster Art aus den Bereichen Bildung, Medizin und Spiritualität übernommen.

Nach vierzig Jahren als spiritueller Leiter von Rigpa trat Sogyal Rinpoche aufgrund von Vorwürfen des Fehlverhaltens seitens ehemaliger Schüler zurück. Er verstarb im August 2019. Das Vermächtnis seiner Dharma-Arbeit wird bis heute von seinen Schülern weitergeführt, darunter viele angesehene Praktizierende, Lehrende, Gelehrte und Übersetzer*innen des tibetischen Buddhismus.

Die von ihm gegründete Gemeinschaft Rigpa ist bis heute lebendig. Sie bietet Kurse, Seminare und Retreats für alle an, die die tiefe Weisheit und die wirkungsvollen Methoden des tibetischen Buddhismus kennenlernen möchten. Diese Programme werden von Rigpas eigenen Lehrer*innen und Instruktor*innen sowie von Gastlehrer*innen und Lamas geleitet, vor allem aus der Nyingma-Tradition (der „Alten Schule“) des tibetischen Buddhismus.

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